Türkei-Referendum – Stolzer Rassismus und Angst werden das Ergebnis bestimmen 

Man stelle sich vor, das Türkei-Referendum endete mit einem NEIN. 

Guter Witz! 

Wir reden von einen Land, das seit über 100 Jahren, eigentlich gar seit 1050 mit den Oghuzen, sich seines Rassismus rühmt und Andersdenkenden automatisch Verrat unterstellt. 

Dieses Land hat Übung in der Ausschaltung von Mindermeinungen und scheut sich nicht, denen, die nicht endlich still sein wollen, jedweden Schaden zuzufügen. 

1915. 1923. 1938. 1955. 1974. 1993. 2007. Vieles davor, dazwischen und danach. 

Wahlbetrug ist ebenso selbstverständlich wie es die kleinste, demokratische, Sorge ist.  

Die Menschen in der Türkei werden mehrheitlich mit JA stimmen. 

Ein Grossteil aus Überzeugung, der Rest aus Angst. Ein Staat, der über Jahrzehnte Pässe zur Kenntlichmachung religiöser und ethnischer Zugehörigkeiten codiert, um Diskriminierung zu gewährleisten, wird einen Weg gefunden haben, so manchen Stimmzettel so manchem Staatsbürger zuordnen können. 

Und wer wollte der Demokratie wegen enden wollen, auf der Straße liegend wie Hrant Dink oder Tahir Elci, in Unfreiheit wie Selahatin Demirtas, Sevan Nisanyan oder eben Deniz Yücel. 

Ein Staat, der mit Deutschland und den Niederlanden internationale Unruhe inszeniert, wird sich abgesichert haben. 
Auch in Deutschland wird manch einer, aus Angst um seine Familie in der Türkei mit JA gestimmt haben. Viele Menschen kappen bereits Facebook- und Twitter- Kontake zur Familie, um nicht als Familienmitglied und Erpressungsobjekt identifiziert werden zu können. 

Die meisten aber, ausgehend von den Wahlergebnissen 2015 schätzungsweise zwischen 60-75%, werden mit JA gestimmt haben, aus Überzeugung: 

Zum Wohle der Nation, einer starken, neuen alten Türkei.

Zum Wohle der türkischen Umma, und gar zum Wohle aller Muslime, die der Türkei einen Führungsanspruch zutrauen.

Schliesslich hat der Führer in der arabischen Welt, in der man gegenüber der Türkei nach 1923 wegen des Raki und der Freizügigkeiten kein Ansehen mehr besaß, dieser Nation den verdienten Respekt und Popularität, gar die Unterstützung des Saudischen Staates verschafft. 

Die Türkei ist stark genug, um sich öffentlich ungestört mit der Muslimbrüderschaft zu solidarisieren, sich zu ihr zu bekennen. 

Die Türkei ist stark genug, um ungestört in den Irak und in Syrien einzumarschieren, und um ungestört den Osten ihres Landes zu zerstören. 

Sie ist stark genug, um im Namen der Demokratie bärtige Männer mit Schlagstöcken auf die Straße zu bringen, damit diese für Putschisten und andere die Todesstrafe fordern resp. realisieren. 

Sie ist stark genug, um in Deutschland morgens um 01.00 Uhr spontan, binnen Minuten, Hunderte auf die Strasse zu bringen. 

Die neue Türkei ist stark genug, es den Deutschen zu zeigen, und ihre in Deutschland lebenden Landsleute zu rächen, in dem sie die Merkels und Steinmeiers mit fehlenden Flaggen, niedrigeren Stühlen oder mit der öffentlichen Abfuhr jeder Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus, zu demütigen.

Die Türkei ist Vorbild für viele muslimische Staaten Afrikas, die ihre Studenten an die Universitäten des Führers entsenden. 

Man wird mit JA stimmen, wider den Verrätern, 

wider den imperialistischen Mächten und der Islamophobie,

wider den Armeniern und Juden, 

wider den Aleviten und Kurden, 

wider den Deutschen, die unter dem Deckmantel der Integration die Assimilation der Türken, und damit die Vernichtung des Türkentums und die Zwangschristianisierung bzw. die Ent-Islamisierung, alles Verbrechen gegen die Menschlichkeit, verlangen. 

Man wird mit JA stimmen, wider denen, die aus anständigen Türkinnen unter dem Deckmantel der Emanzipation Freiwild für ungläubige Männer machen wollen, 

wider denen, die die Ehre beschmutzen wollen,  

wider der weltweit herrschenden Turkophobie. 
Ein jedes Feindbild kann bedient werden. 

1000 Gründe für ein JA. 

 

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