Presseerklärung der kommunalen Wählervereinigung COLONIA INTERNATIONAL

Kommunale Wählervereinigung im

Integrationsrat der Stadt Köln

08.06.2015

PRESSEERKLÄRUNG

 

Köln steht zusammen. So laden die Stadt Köln, die Bewohner der Keupstraße und zahllose Künstler in Zusammenarbeit mit Politik, Funk und Fernsehen ein, am 14.06.2015 ein gemeinsames Zeichen gegen Rassismus zu setzen.

Auch wir, die kommunale Wählervereinigung COLONIA INTERNATIONAL begrüßen grundsätzlich jede Veranstaltung, die sich diesem Thema widmet. Schließlich bildet der gegenseitige Respekt die Grundlage eines friedlichen Zusammenlebens. Der vorurteilsfreie und demokratische Umgang ist Ausdruck dieser Anerkennung. Dies gilt für die Interaktion zwischen Bürger und Behörde ebenso wie zwischen den Bürgern untereinander – gleich welcher Herkunft, Religion, Hautfarbe, politischer Einstellung oder Konfession. Ausgrenzungen oder diskriminierende Praktiken, strukturelle Ungerechtigkeiten, die Menschen benachteiligen, müssen erkannt und überwunden werden. Aber auch die Sensibilisierung eines jeden Mitbürgers ist essentiell, wenn es um die Vermeidung und Abwehr von Menschenfeindlichkeit, Diskriminierung und Extremismus geht.

Hierfür ist das Kölner Birlikte-Festival ein guter, wenn auch noch kleiner, Schritt. Zwar fällt es diesmal vielleicht etwas vielfältiger aus, und im Programm fehlt glücklicherweise jener Sänger, der sich politisch den Grauen Wölfen zuordnet, während er das Leid seiner eigenen Landsleute besingt. Doch mehr Feingefühl stünde auch dieses Jahr der Veranstaltung gut zu Gesicht.

Das interkulturelle Tanztheaterstück von Hülya Arslan, „Wer hat Angst vor den Osmaniern?“, widme sich der Identität, der Bi-Kultur und dem Leben der Türken und Deutschtürken dritter Generation in Deutschland.

Bei diesem Titel läuft den armenisch-, griechisch- und aramäischstämmigen Bürgern Kölns ein kalter Schauer über den Rücken. Angesichts der aktuellen, geopolitischen Situationen, aber auch mit Blick auf das diesjährige 100. Gedenken des Völkermordes an den Christen des Osmanischen Reiches ist dieser Titel im Rahmen dieser Veranstaltung geschmacklos. Die Künstlerin mag zwar, ihren persönlichen Beitrag gegen Rassismus leisten wollen, doch scheint ihr offensichtlich bei der Namensweihe die Perspektive ihrer jeweils anderen Mitmenschen abhanden gekommen zu sein.

Vielfalt muss mehr bedeuten, als gemeinsam – nur – gegen NSU und PEGIDA auf die Straße zu gehen oder sich selbst gegenüber der Mehrheitsgesellschaft neu zu definieren. Eine Veranstaltung, die sich mit Rassismus unter Migranten, Christenfeindlichkeit und Antisemitismus befasst, oder das Thema Rassismus in Schulen aufgreift, wäre wünschenswert gewesen.

Die ehrliche Annäherung innerhalb eines Gemeinwesens erfordert auch die Entwicklung einer Fähigkeit zur Selbstkritik und die Überprüfung eigener Wertestandpunkte. Vielleicht gelingt es den Veranstaltern im nächsten Jahr, neue, notwendige Schwerpunkte zu setzen.

COLONIA INTERNATIONAL setzt sich im Integrationsrat der Stadt Köln für Vielfalt, Gleichberechtigung und Toleranz in der Gesellschaft ein und fordert von allen Beteiligten die Rückbesinnung auf das Herzstück eines friedlichen, erfolgreichen Miteinanders: Respekt vor der Individualität jedes einzelnen Mitmenschen. Die Sensibilisierung der Stadtgesellschaft für rassistische Argumentations- und Verhaltensmuster ist ihr ein besonderes Anliegen.

Die Wählervereinigung verfügt über einen Sitz im Integrationsrat, ihre Spitzenkandidatin, Rechtsanwältin Jaklin Chatschadorian, ist im Rahmen der konstituierenden Sitzung im Herbst 2014, gemeinsam mit vier weiteren Mandatsträgern zur stellvertretenden Vorsitzenden des Integrationsrates gewählt worden.

 

www.facebook.com/coloniainternational

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4 Kommentare

  1. Glückwunsch und viel Erfolg wünsche ich!

    Schade nur um die verwaschene, gesichtslose Sprache dieses Aufrufs. Sie vermeidet klare Aussagen und nennt wieder diejenigen mit keinem Wort, die die Scharia einführen und die Zivilisation abschaffen wollen.

    Antwort
    • Danke für die guten Wünsche, Aristobulus!

      Hier geht es ausschließlich um das Festival und ich hoffe zunächst einmal, dass die Presse unsere, durchaus nicht scharf formulierte, aber dennoch ehrlich gemeinte Erklärung aufgreift und die Gelegenheit ergreift, sich auch kritisch mit dem Festival auseinanderzusetzen. Damit wäre ein Anfang gemacht, um das Thema „Rassismus mit Migrationshintergrund“ wieder in die Öffentlichkeit zu rücken.

      Das Thema Rassismus, d.h. auch Islamismus, Antisemitismus und Christenfeindlichkeit unter Migranten, gerade mit Blick auf den fehlenden Einsatz betroffener Migrantenverbände (um die Dinge beim Namen zu nennen) beschäftigt unsere Arbeitsgruppe seit inzwischen einem Jahr. Wir arbeiten daran, dass die Integration der Kölner mit Migrationshintergrund gelingt, ohne die Gerüste unserer Werteordnung zu verrücken.
      Unsere Arbeit kann man am ehesten über http://www.facebook.com/coloniainternational mitverfolgen. Ein Rückblick auf das erste Jahr Integrationsarbeit wird voraussichtlich während der Sommerpause veröffentlicht werden.

      Antwort
      • Das Schlagwort Rassismus verdirbt alles, denke ich.

        Pardon, nicht bös gemeint!, aber wer ruft andauernd dieses „Rassismus!“: Nur Linke, Grüne und Mohammedaner, in trauter Einigkeit und in fast jeder Rede, fast jedem Aufruf, fast jedem Statement. Damit wollen sie die Meinungfreiheit abschaffen, und damit hacken sie permanent auf Israel herum.

        Indem Ihr den Ausdruck verwendet, schwimmt Ihr auf dieser Welle mit.

        P.S.
        Wer hat mit dem Rassismus!-Geschrei begonnen: Chomeini war’s. Er hat damals die Anweisung erteilt, jede Kritik am Islam und an der Scharia als ‚Rassismus‘ zu brandmarken, weil das Schamgefühl wegen der einstigen Benachteiligung der Schwarzen Europas schwacher Punkt ist, und weil man die Werte des Westens besonders gut verächtlich machen kann, indem man sie als Rassismus bezeichnet.

        Chomeini hat festgelegt, dass 1) jede Kritik an Islam und Scharia künfitg als rassistisches Gedankenverbrechen zu werten sei, und dass 2) der Zionismus rassistisch sei. Die Islamfunktionäre halten sich bis heute an diese beiden Anweisungen. Und die meisten Linken, Grünen, Kirchenfunktionäre usf. machen mit.

      • Ganz im Gegenteil.

        Ich persönlich weigere mich, diesen Begriff von Islamisten, Linken, Grünen, Gut-oder Schlechtmenschen, Integrationslobbyisten, Chomeini oder sonst wem okkupieren zu lassen und die Anwendung in nur die eine Richtung zu fördern. Indem ich den Begriff seinem, per Definition zugeschriebenen Inhalt, d.h. bestimmungsgemäß verwende, kann ich Handlungsweisen, die einem rassistischen Denk- und Handlungsmuster entsprechen, identifizieren bzw. darunter subsumieren. Hiernach pflegt derjenige eine rassistische Einstellung, der sich und seine Gruppe überhöht, während er andere Menschen bzw. Bevölkerungsgruppen von Natur aus als unterlegen qualifiziert.

        Das, was Islamfunktionäre verbreiten, etwa in der Form der Mißbilligung westlicher Gesellschaftsformen und der daraus folgenden der Verachtung von Atheisten, Christen und Juden ist rassistisch, menschenfeindlich. Also nennen wir das Kind doch beim Namen. Hören wir doch genau hin, und erkennen das, was sie vertreten. Sie verheimlichen es doch nicht einmal besonders angestrengt, sondern rechtfertigen es mit Alternativlosigkeiten, die sie der Gesellschaft versuchen aufzuwingen. Stellungnahmen der Islamverbände und ihrer Mitglieder sind ebenso gute Beispiele wie manch ein Talkgast.

        Heruntergebrochen auf die kommunalpolitische Ebene bzw. die gesellschaftspolitische Debatte: Enttarnen wir die hinter den Begriffen „Dialog“, „Sensibilisierung“ und „(inter-)religiöse“ bzw. „interkulturelle Kompetenz“ (im integrationspolitischen Raum) stehenden Interessen.

        Und wie sollte man die, nicht mit der Religion in Verbindung stehende, Selbstüberhöhung etwa der Kemalisten bezeichnen? Nationalismus allein trifft es nicht wirklich. Gerade weil Nationalismus sich als türkische Staatsräson erweist und mit der Verharmlosung, der „Deutsche an sich“ würde dies, aufgrund seiner dunklen Vergangenheit gar nicht „verstehen können“ präsentiert wird. Der türkische Nationalismus ist Rassismus in seiner reinsten Form. Denn er wird zur Rechtfertigung von Diskriminierung genutzt. Der Grauwolf ist an dieser Stelle nur in der Intensität dieser Einstellung und in seiner Gewaltbereitschaft zu „überhöhen“. Der nationalistische Kern ist der gleiche, und wird schlussendlich von einem auf den Glauben bereichertes Moment ergänzt.

        Das von den betreffenden Akteuren ersehnte/behauptete Verbot der Religionskritik ist selbst rassistisch. Es hat nichts mehr mit der Einforderung eines respektvollen Umgangs mit den Gläubigen zu tun, wenn ausnahmslos jede Kritik zu missbiligen oder gar „strafbewährt“ sein soll und als alternativlose absolute Wahrheit auch für Dritte gelten muss. Die Übernahme dieser Forderung durch nicht-islamische Akteure ist die erschütternde Aufgabe einer unter schwierigsten Umständen überJahrhunderte gewachsenen Debattenkultur.

        Auch ist es durchaus rassistisch, wenn auf „FreeGaza“-Demonstrationen antisemitische Parolen zu hören sind. Gerade diese „Demonstranten“, davon bin ich überzeugt, unterscheiden nicht wirklich zwischen jüdisch-israelisch-zionistisch, am Ende gehört eben alles zum traditionellen Feindbild. Eine differenzierende Sprache gehört bei Gelegenheit zur Sprachfarbe höher stehender Funktionäre zwecks Tarnung und Imagepflege.

        Dass Islamfunktionäre und manche Integrationslobbyisten sich an „chomeinische“ Anweisungen halten, gar ohne diese zwingend auf Chomeini zurückzuführen, ist selbstverständlich. Es ist ihre Überzeugung und ihr Job.
        Dass Dritte (Parteien, Kirchen, Nichtregierungsorganisationen) hier aber teilweise mitmachen, bedarf eben der Demaskierung jener Forderungen, weit vor der Schwelle des von allen Seiten, vermeintlich einstimmig, verurteilten Selbstmordattentäters.

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