Danksagung 

Immer wieder merke ich, wie schwer sich Menschen tun, den Völkermord als solchen anzuerkennen und eben dadurch zu verurteilen. 
Dies gilt für die große Politik ebenso wie die engste Nachbarschaft. 
Mir ist klar, dass das öffentliche Anklagen einer Tat und die Aufforderung sich einer Verantwortung zu stellen, als unangenehm empfunden und schlimmstenfalls tatsächlich unangenehm werden kann. Dieser Schritt erfordert Mut, Zivilcourage. 
Gleichzeitig sind wir, die Nachkommen der Opfer, auf die Unterstützung eines jeden Einzelnen angewiesen, erst recht auf jene von Außenstehenden, Nicht-Armeniern. 
Das möchte ich als Anlass nehmen, allen Mitstreitern, zu danken. 
Die mehr oder weniger zufällige Kombination meiner FB-Kontakte aller Glauben- und Nichtglaubensrichtungen sowie der verschiedenen ethnischen Verwurzelungen, die sich in dieses Thema einbringen, ist sehr erfreulich und zeugt von solidarischer Freundschaft. 
Alle schweigenden Mitleser möchte ich ermutigen, sich in die Debatte einzubringen, Beiträge in Medien zu veröffentlichen und sich an die Bundestagsabgeordneten zu wenden. Das Recht der freien Rede ist eines der höchsten Güter unserer Werteordnung. Lassen Sie es sich nicht nehmen! 
Der Armenozid und dessen inzwischen 100 Jahre andauernde Leugnung ist – entgegen der Meinung der Bundesregierung – gerade keine binationale Angelegenheit zwischen Türkei und Armenien oder zwischen Türken und Armeniern. Auch in Deutschland üben sich türkische Rechtsextremisten und Islamisten nicht nur in der Genozidleugnung. Vielmehr noch, sie entschuldigen den Willen ein ganzes Volk ausmerzen zu wollen. Sie rechtfertigen und beklatschen die rassistisch motivierten Massaker an 1,5 Mio Menschen. Sie teilen öffentlich mit, dass dieses Thema sie „nerve“, beklagen unsere „Aufdringlichkeit“ und zeigen dadurch mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf die Nachkommen der Opfer. Sie bedrohen eine Universitätsprofessorin, die sich diesem Thema annimmt, veranstalten eigene Lesungen und demonstrieren mit Hassparolen. Sie bezichtigen Armenier und ihre Mitstreiter des Rassismus, inszenieren sich als Opfer von Türkenfeindlichkeit und versuchen den Spieß umzudrehen. Sie suchen bewusst den Kontakt zur Politik, um rassistische Überzeugungen hübsch verpackt umzusetzen. 
Ein Genozid ist die hässlichste Erscheinungsform rassistischer Überzeugungen. Der Kampf gegen Rassismus, von Diskriminierung bis Genozid, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Auch und gerade hier in Deutschland, wo Rassisten unter dem Deckmantel der Integration, gerade der Integration, mehr als nur gut vernetzt sind. 
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