24.04.2012

Heute gedenken Armenier ihrer 1,5 Mio Toten. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, diejenigen, die keine Bezugspunkte zu Armenien oder zu in Deutschland lebenden Armeniern haben, anzusprechen und sie zu bitten, dennoch für einen kleinen Moment innezuhalten und zu vergegenwärtigen, was dies auch für uns hier in Deutschland bedeutet. Mit der Absicht ein ganzes Volk zu vernichten wurden vor 97 Jahren 1,5 Mio Armenier und je eine halbe Mio Aramäer und Pontier unter staatlicher Organisation massakriert, getötet und in die Wüste ohne Wasser und Brot geschickt. Bis heute wird ihr Leid geleugnet. Auch in Deutschland wird von türkischen Vereinigungen und Verbänden aktive Leugnungspropaganda betrieben. Wir, wir Deutsche, dürfen das nicht dulden, nicht zulassen. Denn die Leugnung, Verharmlosung und Rechtfertigung ist nicht nur der krönende Abschluss des Völkermordes, sondern einer liberalen Demokratie nicht würdig. Wir, die wir uns politisch engagieren, gerade auch unter integrationspolitschen Gesichtpunkten, sollten die Verbindung von Integrationsverweigerung und Nationalismus erkennen. Der Umgang von in Deutschland lebenden Menschen mit türkischem Migrationshintergrund mit dem Völkermord und ihrer eigenen Geschichte zeigt, wie tief nationalistische Mentalitäten in vielen unserer türkischen Nachbarn verwurzelt sind, weil die Konfrontation als persönlicher Angriff und nicht als aus der Menschenwürde resultierende Pflicht zur Verurteilung, empfunden wird.

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