Herr D. – Was haben Sie gemacht?

Integration ist eine Frage des Respekts

Sehr geehrter Herr D.,

ich finde es gut, dass sie einen kritikwürdigen Artikel nicht einfach haben stehen lassen. Mit Ihrer Entgegnung auf den Artikel von Herrn Detlef Alsbach „Ich möchte Ausländer werden!“ (hier) haben Sie Engagement gezeigt und mit „Du kannst kein Türke werden!“ ( hier) alles ins richtige Licht gerückt. Oder?

Gewiss, Alsbach überschreitet mit dieser Ironie die Grenzen des guten Geschmacks. Dem integrationsunwilligen, problematischen Ausländer setzt er die Gestalt eines Türken gleich, schreibt diesem Einstellungen und Verhaltensweisen zu, die alles andere als gesellschaftsdienlich sind: der Ausländer beherrsche weder seine eigene Muttersprache, noch die deutsche; genieße aufgrund seiner ausländischen Herkunft immer den Vorteil, seinem Gegenüber mit der pauschalen Keule der Ausländerfeindlichkeit drohen zu können und werde grundsätzlich immer gern über die Möglichkeiten einer finanziellen Unterstützung informiert. Schlussendlich folgt dann noch eine Kritik an dessen Religion. Unschön ist der Text vor allem, weil er den Eindruck erweckt, ausnahmslos alle Türken würden diesem Bild entsprechen.

Nun, ich würde mich, sofern ich mich dazu entschlösse eine Entgegnung zu diesem Artikel zu schreiben, von all diesen Vorurteilen distanzieren. Ich würde  positive Beispiele hervorbringen und ich würde seine Behauptungen, fundiert und unbestreitbar widerlegen, um nachzuweisen, dass es sich nur um Vorurteile ohne Wahrheitsgehalt, allenfalls um Ausnahmen handelt.  Ich würde den Hintergrund dieses Menschen ermitteln, betonen, dass die Bürgerbewegung, in der sich der Autor engagiert, vom Verfassungsschutz beobachtet wird, da Zweifel an deren Verfassungstreue bestünden, u.v.m. Ich würde alles tun, um dem mir missliebigen Text die Glaubwürdigkeit zu nehmen.

Ich würde alles andere tun, als ihn zu bestätigen! Also noch einmal Herr D., was haben Sie getan – außer die Vorwürfe zu belegen?

 

Ihre Aussage, dass die meisten Ausländer lediglich rational handelten, indem sie eben oft die Leistungen der Agentur für Arbeit in Anspruch nehmen, da sich das Arbeiten in Deutschland sonst nicht mehr lohne, zeugt von einer respektlosen Nehmer-Mentalität. Sicher, bei all den Steuern, Abgaben, Beiträgen und Gebühren bleibt einem am Ende des Monats kaum was übrig, wenn man sich in Deutschland nicht hochdotiert in die Akademikerschicht einreihen kann. Aber auf die Idee, sich weiterzubilden oder sogar politisch zu engagieren, kommt ein Ausländer, zumindest nach Ihrer Aussage, nicht und nimmt lieber die Abkürzung der staatlichen Unterstützung. Und diese Bauernschläue interpretieren Sie als Intelligenz?

Ihre überspitzte Formulierung, ein Deutscher hingegen, ehrlich und vaterlandstreu bei der Beantwortung des Hartz-IV-Antrages, ist, so scheint es, schlichtweg dumm, sogar ein Schaf, wenn er die Frage nach Trinkgeld wahrheitsgemäß beantworte.

Ihrem Beispiel folgend, sollte man mit der Einbürgerung auch nur den Anschein, integriert zu sein, erwecken. Den Wert einer Einbürgerungsurkunde sprechen Sie, unerfreulicherweise selbst Inhaber einer solchen, ab. Sicher, staatliche Formulare und ein offizieller Status bestimmen noch lange nicht die Denkweise und Lebensvorstellungen eines Menschen. Aber gerade deswegen ist es doch nachvollziehbar, wenn die Einbürgerung den Abschluss einer gelungenen Integration krönen und nicht zum Willkommensgruß degradiert werden soll. Vor einer abgeschlossenen Integration dient die Einbürgerung bzw. die doppelte Staatsbürgerschaft jedoch, entgegen der oftmals vertreten Meinung, nicht als Zeichen des Willkommenseins, sondern erübrigt die Anpassung.

Gleichzeitig frage ich mich, warum dann die von Ihnen beworbene BIG-Partei die doppelte Staatsbürgerschaft als eine ihrer Grundforderungen bezeichnet? Geht es auch hier, als logische Fortsetzung Ihrerseits beschriebener ausländischer Bauernschläue, nur noch darum, visafrei hier und da einzureisen? Nein, die Einbürgerungsurkunde ist weder ein wertloses Papier noch ein Symbol der großzügigen Aufnahmebereitschaft. Sie bringt, schlicht und einfach,  echte Vorteile:

  • Aktives und passives Wahlrecht  – und damit die politische Einflussnahme, Macht. Die Frage nach der Loyalität entscheidet sich dann zwischen dem Land des ständigen Aufenthalts und dem Herkunftsstaat nebst den hier ansässigen Landsleuten.
  • Freizügigkeit durch freie Wahl des Aufenthalts, des Wohnsitzes und des Arbeitsplatzes in Deutschland,  ebenso wie in allen anderen Ländern der Europäischen Union
  • Erleichterungen beim Familiennachzug und  bei der Einbürgerung naher Angehöriger
  • Zulassung zu jedem Beruf in Deutschland beispielsweise als Anwalt, Apotheker, Arzt oder Psychologe
  • Freier Zugang zum öffentlichen Dienst sowie die Möglichkeit, Beamter zu werden
  • Schutz vor Ausweisung bei Straftaten sowie Schutz vor Auslieferung aus Deutschland
  • Schutz im Ausland durch die deutsche Auslandsvertretung

Noch einmal zu BIG, dem Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit.  Es ist ein offenes Geheimnis, dass die BIG von der türkischen Regierungspartei AKP und  islamistischen Organisationen wie der von Fetullah-Gülen-Bewegung unterstützt wird. Einer deutschen Partei, die vor (fast) allem anderen, die gemeinsame ethnische bzw. religiöse Herkunft der Mitglieder zu präsentieren hat, kann keine Integration, also keine Eingliederung oder Anpassung in die deutsche Wertegesellschaft gelingen, noch weniger kann sie von ihr beabsichtigt sein: venire contra factum proprium! Das BIG-NRW Grundsatzprogramm zeigt das BIGsche Verständnis von Integration in eigenen Worten: „Die kurzsichtigen Forderungen nach uneingeschränkter Anpassung bei Aufgabe eigener Werte und Identitäten ist für BIG nicht akzeptabel.“ Ausgrenzende Interessenpolitik in Verbindung mit Anpassungsforderungen an die Mehrheitsgesellschaft scheint an dieser Stelle viel glaubwürdiger! Umso erfreulicher die aktuelle Sitzverteilung im Düsseldorfer Landtag.

Aber nicht nur das! Was möchten Sie, mit dem Hinweis auf den rollenden Ball türkisch-deutscher Geburtsstatistiken, aussagen? Welche unaufhaltbare Entwicklung sehen sie? Unterstützen  Sie etwa Thilo Sarrazin ´s These, Deutschland schaffe sich ab? Unterstützen sie als Türke die von Nationalsozialisten gepflegte Angst der feindlichen Übernahme durch eigenen Bevölkerungsschwund? Vielleicht möchten Sie an Tayyip Erdogans Aussage, dass man zu Zeiten der Osmanen kriegerisch nach Europa einwanderte, es heute jedoch einfachere und v.a. legale Wege gebe, erinnern? Ich fürchte ich will es nicht wissen.

Ein beleidige Maße erreichendes Unwissen werfen Sie nicht nur ihrem Gegenspieler vor. Ihre Aussagen belegen Gleichartiges. In der christlichen Religion glaubt man durchaus an ein Leben nach dem Tod. Das nicht zu wissen, ist, für einen Nicht-Christen nicht so arg. Aber indem Moment, in welchem sie dem Christentum zuschreiben, es lasse Misshandlungen von Kindern zu, überschreiten Sie die Grenzen des Respekts.

Ich möchte Sie, lediglich beispielhaft, auf einen Bericht des Tagesspiegels über die Aufdeckung eines Pädophilen-Ringes in der Türkei (hier) hinweisen. Warum? Nur, um Ihnen zu zeigen, dass es überall Kriminelle gibt,  und Pädophilie weder mit der Herkunft noch mit Status oder Religion zu tun hat.

Während Sie Detlef Alsbach Ausländerfeindlichkeit vorwerfen, kontern Sie mit einer unüberhörbaren Deutschenfeindlichkeit.

Integration bzw. der Wille zur Integration ist doch eine Frage des Respekts. In eine Gesellschaft, die ich nicht respektiere, weil sie im Gegensatz zu meinen innersten Überzeugungen steht, und von der ich für mich und meine Nachkommen Schaden befürchte, die ich mit einem Schaf vergleiche, kann ich mich nicht ernsthaft integrieren wollen. Noch weniger kann ich ihr gegenüber Loyalität bezeugen. Und Verfassungstreue? Nein, wirklich nicht!

Im Extremfall werde ich, wenn ich die Werte einer Gesellschaft verachte, versuchen, der Gesellschaft meine Werte aufzunötigen. Integrationsprogramme, Förderungen, finanzielle Unterstützung nehme ich dann, wenn ich ihre Ausbeute erkannt habe, lediglich in Anspruch, um meine eigenen Interessen, Interessenvertreter und Landsleute zu unterstützen – im Idealfall diene ich damit meinem Land. Die Frage nach der Loyalität gegenüber dem Land meines ständigen Aufenthalts erübrigt sich.

Wenn ich die Aufforderung zur Integration in meiner Blindheit als zwangsweise aufgedrückte Identitätsverleumdung auffasse, und dann behaupte, das Verhalten der „meisten Ausländer“ (hier wiederholt sich der Ausdruck, der zu Anfang Ihres Textes für die Gruppe der die Leistungen der Agentur für Arbeit oft in Anspruch nehmenden Migranten) seien „diesem Land gegenüber nur gerecht“ und ihr Verhalten sei  „immer begründet.“, dann darf ich mich über Herrn Alsbach nicht wundern!

 

 

Anmerkung – MAI 2014

Dieser Artikel wurde im Februar 2011 als Reaktion auf die gegenseitigen Briefe der o.g. Herren geschrieben. Heute, Mai 2014, also gut drei Jahre später, erreicht mich ein Schreiben des Herrn mit den türkischen Wurzeln, von nun an Herr D. Er bittet, um Löschung aller „personenbezogenen Daten und ebenso aller Einträge“ die unter seinem Namen veröffentlicht wurden. Selbstverständlich komme ich dieser Bitte um Anonymisierung nach, gleichwohl ich es an dieser Stelle nicht müsste. Ich habe nicht seinen Text veröffentlicht, sondern meine eigene Kritik an seinem Text.

Seine eigenen Kommentare auf meine Analyse wurde hier ebenfalls anonymisiert. Sein eigener Artikel, welcher ursprünglich auf achgut.de veröffentlicht worden war, existiert jedenfalls dort nicht mehr.

Es geht in diesem Blog aber auch nicht um den Fingerzeig auf Einzelpersonen, die offenbar nicht mehr ihre eigenen Worte lesen möchten. Es ist gleich, wie der eigentliche Name des Propagandisten lautet, entscheidend ist vielmehr, aus welcher bzw. für welche Gruppierung/Gemeinschaft etc. diese Person spricht. Diese Erkennbarkeit ist auch unter Weglassen des Namens, aus dem Kontext, hier gegeben.

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5 Kommentare

  1. LOL.
    Kaum schreibt mal jemand mit D im Namen über jemanden Anderen, der ein D woanders im Namen hat, wird es kompliziert, komplizierter, nein am Allerkompliziertesten!, zumal dann jemand mit D nicht als Jemand, sondern nur über jemanden Anderen mit D geschrieben haben will, nein?, indem er dann als wohl jemand Anderer mit D um so mehr Allgemeinheiten hinschreibt.

    Und just darum ging es hier, hingegen ging es ganz, ganz wenig bis überhaupt gar nicht um Respekt, Integrationsrespekt, Respektreligion, Ausländischkeiten oder über andere solche Dinge ohne D.

    Antwort
  2. detlef alsbach

     /  13. August 2011

    Auf den Bullshit von Herrn Demirtas würde ich gerne eine Antwort geben. Er hat schon einmal eine Diskussion verloren. Zumal auch dem Leser Informationen zu Herrn Demirtas fehlen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Detlef Alsbach

    Antwort
  3. Herr D

     /  11. Februar 2011

    Sehr geehrte Person xy,

    auch ich wollte einen kritikwürdigen Artikel nicht einfach so stehen lassen und versuche Ihnen hiermit auf eine didaktisch reduzierte Weise zu antworten. Dass ich mit meinem Engagement „alles ins richtige Licht gerückt hätte“ ist eine ironische Frage. Nein, ich habe „im Affekt gehandelt“ und dieser Artikel ist dabei entstanden. Wenn man sich angegriffen fühlt, dann ist man i.d.R. entsetzt, bei mir kommt der Zusatz der Aggressivität hinzu. Das Ergebnis ist dann eben eine Antwort wie ich sie serviert habe, die dann allerdings den Themenrahmen teilweise verlässt, um die ungerecht empfundenen Schnittstellen zu kompensieren. Oder sagen wir mal „Aufschaukelungsprozesse“ in einer Gegenmail, nach dem Motto „wie du mir, so ich dir“ wieder zu geben.

    Es ist nun leider so, dass in erster Linie die Türken kritisch betitelt wurden. Ich kenne eigentlich das ganze „politische Spiel“ wie man seine Ziele erreichen kann. Ich habe mich aber als 08/15-Person bewusst in dieses Spiel eingeklungen, um einfach mal ne Runde mitzuspielen. Dies könnte nun auch ein Anfang sein, um Seitenfüllende richtige Blogs daraus zu machen, aber die Zeit und auch Lust hierzu habe ich nicht. Der Grund hierfür ist, dass die Kritiker und Befürworter dieses Themenbereichs jeweils eine gefestigte Einstellung hierzu haben, deren Änderung so gut wie kaum möglich sein wird. Jeder wird – egal was die Medien ihm präsentieren – seine Einstellung beibehalten. Jemand der hasst, wird weiterhin hassen, jemand der Sympathie empfindet, wird auch weiterhin dem Ganzen sympathisch entgegnen. Oder glauben Sie etwa den ganzen Statistiken oder beispielsweise den Politikern, die so tun als ob und das noch mit einem künstlichen Lächeln untermauern, dass es dann auch ernstgemeint aussieht und den Anschein erweckt, „ich / wir meinen es wirklich so“ (bitte wählt uns)?

    Klar wäre es richtig gewesen vorurteilsfrei und sachlich Stellung dazu zu nehmen, um fälschlich angenommene Thesen bzw. Argumente zu widerlegen. Das überlasse ich dann anderen Mitstreitern, die entsprechend Stellung hierzu nehmen wollen, weil mir das aus o. g. Gründen zu zeitaufwendig ist. Falls mein Brief ihm bzw. seinen Sympathisanten als eine „Bestätigung“ dient und sie so naiv sind, dann soll es so sein. So wie ich bzw. all die anderen Leser seinen Brief empfunden haben, so soll es dann auch bei dem Gegenüber sein.Nach dem Motto „gut, und jetzt?“.

    Wenn Sie den Arbeitsmarkt, der sich im letzten Jahrzehnt entwickelt hat einmal in der Position eines Arbeitnehmers betrachten, dann hat meine Argumentation nichts mehr mit einer „Nehmer-Mentalität“ zu tun. Die ganzen Zeitarbeitsfirmen und die Chefs in den höheren Führungsebenen NEHMEN, alle Politiker bzw. der Statt NIMMT, aber bestimmt nicht der einzelne Bürger. Es ist asozial, wenn jemand nur noch über eine Leasingfirma einen Job findet, hart arbeiten soll, dann noch unterbezahlt wird, und anschließend dennoch zum Arbeitsamt muss, um eine Aufstockung zu erhalten, weil der ihm gezahlte Lohn SGB-mäßig zu niedrig ist. Entweder man unterwirft sich diesem Prozedere oder man nimmt sich den Regelsatz vom Amt, was einem zusteht und gut ist. Machen wir es etwas anschaulicher, stellen Sie doch beide Seiten mal auf eine Waage, was wiegt denn schwerer und ist somit schwieriger? Ein Mensch soll doch rational handeln, oder? Oder ist es ok, dass manche für 1€ pro Stunden arbeiten (1€-Jobs) und manche z.B. 3.000.000€ im Monat bekommen? Egal was man managt, dies steht in keinem Leistungs/Bezahlungs-Verhältnis (dies korreliert nicht zueinander). Und auf der anderen Seit verpulvert der Staat dann die Steuergelder, wie es ihm gerade in den Sinn kommt. Toll!

    Zum Thema „Integration“. Was ist denn mit Integration konkret gemeint? Welche Ziele soll denn jemand der sich integrieren möchte erfüllen? Können diese Ziele überhaupt erfüllt werden? Wer setzt denn diese Maßstäbe für eine Integration? usw… . Es ist alles schön und gut. Es geht aber dann zu weit, wenn mit der Integrationspolitik auch die Regligion in Verbindung gebracht wird und schnittstellenübergreifend bzw. indirekt davon ausgegangen wird, dass auch die bestehende Kultur eines Menschen angegriffen wird! Es kann keiner von irgendeinem Ausländer verlangen, dass er seine Religion und Kultur vernachlässigen oder gar „vergessen soll“, und eine neue Kultur vorleben soll. Dies widerspricht in erster Linie dem Grundgesetz selbst. Also kann man wohl sagen, dass die Politik mittlerweile im Konflikt mit dem eigenen Grundgesetz steckt. Das übertriebene Maß an solchen Forderungen werden dann allmählich zu extremen Forderungen, man wird zum Extremisten und merkt es nicht einmal gleich. Schließlich sieht man nur einseitig und man möchte in jedem Fall seine Ziele erreichen, ohne Rücksicht auf den zu integrierenden zu nehmen. Versuchen Sie doch mal spaßeshalber den Einbürgerungstest einem normalen Deutschstämmigen machen zu lassen und bewerten dann das Ergebnis. Das wäre genauso, wie wenn ich einer Bäckerin eine Differenzialgleichung vorlegen würde und sage, nun mach mal. Ansonsten bist du für den Wunsch der Bäckertätigkeit leider nicht geeignet. Tolle Politik und tolle Forderungen!

    Ich glaube nicht dass die Einbürgerungsurkunde „echte Vorteile“ bringt. Es herrschen überall „ungeschriebene Gesetze“, nach denen gearbeitet und gehandelt wird. Die von Ihnen aufgezählten Punkte sind teilweise auch mit einer Einbürgerungsurkunde leider nicht so leicht abzudecken. Vor allem ist es nicht nur mit der Zulassung zu bestimmten Berufen getan, wenn nach dem Studium sehr viele ausländische Fachkräfte abwandern. Oh, warum wohl?

    Das mit der BIG Partei hatte ich nur deshalb vorgeschlagen – um auf das Thema „Detlef“ zurück zu kommen -, weil er ja ein Türke werden wollte und bereits auch politisch engagiert war. Leider nur in einer den Ansichten nach falschen Partei wie „Pro Köln“. Mit der BIG Partei hätte er um seinem Wunsch gerecht zu werden, wohl die besten Voraussetzungen. Deshalb der Vorschlag, ohne jetzt politisch in weitere Detailthemen einzugehen.

    Der „rollende Ball türkisch-deutscher Geburtsstatistiken“, sollte „in dieser Spielrunde“ einfach nur noch eins oben draufsetzen, indem der abwertenden Haltung gegenüber, gemäß der sog. Reaktanztheorie das Gegenteil bzw. das Unerwünschte des Senders erreicht wird. Die angestrebte Botschaft sollte, um auf dem Niveau von „Detlef“ zu bleiben, nur ein psychologisches Kommunikationsspiel sein. Mit Thilo und Erdogan hat das nichts zu tun. Man sollte nicht gleich irgendwelche Dinge daraus ableiten.

    Zum Thema „Religion“. Ich möchte hier keine Grundsatzdiskussion über das Thema Islam oder Christentum anfangen. Jeder Mensch soll glauben oder nicht glauben. Man kann einem Menschen keine Religion aufzwingen oder im Umkehrschluss auch nicht verbieten. Dieses Nicht-Verbieten bzw. Akzeptieren funktioniert aber nur wenn eine Religion respektiert wird, als dass sie nur verachtet wird. Respektieren heißt nicht zwangsweise Akzeptieren. Wir nähern uns nun dem Kern der eigentlichen Problematik. Dieses Nicht-Akzeptieren-Wollen wäre ja noch ok, wenn es dabei bleiben würde. Da aber nun viele noch einige Schritte weiter gehen und aus diesem Nicht-Akzeptieren-Wollen durch abwertende Äußerungen und der Versuch entsprechende Maßnahmen gegen den Islam zu ergreifen, wird daraus ein Verbieten-Wollen. Achtung da wären wir dann wieder im Konflikt mit der im GG dargelegten Religionsfreiheit. Respekt verdienen nur diejenigen, die selbst respektvoll sind. Es reicht i.d.R. schon jemanden nonverbal kurz zu beobachten, um aufgrund der Gestik und Mimik und den Gesichtszügen sagen zu können ob man mit dieser Person harmonisch Senden und Empfangen kann, oder ob das ein Konfliktpartner ist.

    Zum Abrunden dieser Thematik möchte ich darauf hinweisen, dass das ein gleichwertiges Kontern war. Die darin gesendeten Botschaften kommen dann natürlich auch entsprechend ironisch an und geben ein falsches Bild ab. Sehen Sie, es geht doch nämlich auch ganz neutral und objektiv, weil Sie keine abwertenden Tendenzen in Ihrem Schreiben aufzeigen, sondern die Problematik analytisch und konstruktiv angehen. Da liegt der Unterschied zu „Detlef’s“ Brief. Nun könnte man wie gesagt eine längere Diskussion hieraus machen, aber ich komme zeitlich leider nicht dazu. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiterhin viel Freude und ein konstruktives Gelingen beim Auseinandersetzen mit derartigen Schreiben.

    HERR D

    Antwort
  4. Herr D

     /  10. Februar 2011

    Hallo, vielen dank dass Sie meinen Artikel aufgegriffen haben. Ich nehme vielleicht noch Bezug darauf, falls ich es zeitlich schaffe. Habe momentan viel um die Ohren.

    Antwort

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